Steinkirchen - In sieben Minuten hat der FSV Steinkirchen eine 2:0-Führung vergeigt. Wie das möglich ist, weiß die eigene Reserve, denn die brauchte in ihrer Partie dafür sogar nur vier Minuten.

                                                                                                                                                  © Weingartner

 

2:0 geführt, und dann die Partie innerhalb weniger Minuten noch verloren. Das ist dem FSV Steinkirchen am Sonntag passiert - und zwar gleich zweimal: Zuerst unterlag die Reserve dem SV Wörth 2:3, dann setzte es die gleiche Pleite für die Erste in der A-Klassen-Partie gegen den FC Hörgersdorf. Abteilungsleiter Christoph Deistler rätselt auch am Tag danach, wie das passieren konnte. Eins ist für ihn aber klar: „An Konditionsproblemen lag es es nicht. Wir hatten eine super Vorbereitung. Die Mannschaften sind topfit. Und es hatte ja am Somnntag auch keine 40 Grad Celsius.“ Auch einen zu langen Wirtshausbesuch der Spieler am Vorabend schließt Deistler aus. Den habe es freilich nach den Spielen gegeben, räumt Deistler ein. Für die Nachbesprechung seien schon ein paar Bier nötig gewesen, schmunzelt der Steinkirchener Fußballchef.

 
Was bleibt ihm auch, als diesen verrückten Fußballnachmittag mit Humor zu nehmen. Kurios: Nicht nur der Spielverlauf war identisch. „Wir hatten auch noch in beiden Spielen einen Doppeltorschützen“, erzählt Deistler.

In der Reserve war es Tobias Obermaier, der kurz vor der Halbzeit seinen Doppelpack schnürte. „Wir hatten alles unter Kontrolle“, berichtet Deistler. Christian Obermeier bot sich die Chance, alles klar zu machen, traf aber nur die Latte. Im Gegenzug gelang Ilies Mebarki der Anschlusstreffer für Wörth. 2:1 statt 3:0 - das war in der 75. Minute. „Danach war bei uns völlige Konfusion“. Ganze 180 Sekunden lagen zwischen dem ersten und dritten Wörther Treffer. Es spricht für die Moral des FSV, dass er sich in der Nachspielzeit die Chance zum Ausgleich erkämpfte. Per Elfmeter. Aber Jan Adelsberger scheiterte am Keeper.

Im Spiel der Ersten gegen Hörgersdorf schien sich das Glück zugunsten des Gastgebers gewendet haben, denn trotz einer ausgeglichenen ersten Halbzeit hatte der FSV die Nase vorn. Philipp Utz erzielte das 1:0 und erhöhte kurz nach Wiederanpfiff auf 2:0. Die Messe schien gelesen. Jetzt hatte Steinkirchen alles im Griff. Und dann das: „Wie aus dem Nichts ist der Anschlusstreffer gefallen“, sagt Deistler. Diesmal war’s die 72. Minute, diesmal dauerte es immerhin sieben Minuten, bis der FSV durch zwei weitere Gegentore geschlagen war. „Die totale Unordnung“ habe nach dem Anschlusstreffer geherrscht, sagt Deistler. „Da ging gar nichts mehr.“ Für ihn gibt es nur eine Erklärung dafür: „Reine Kopfsache. Wenn du innerhalb weniger Minuten einen Vorsprung hergibst, können die Beine verdammt schwer werden.“ Und der Gegner bekommt plötzlich Flügel. Neben dem FSV werden auch Wörth und Hörgersdorf die Spiele nicht vergessen.

Quelle: Dieter Priglmeir auf http://www.merkur.de/sport/lokalsport/erding/vorsprung-verschenker-5353786.html vom 17.08.2015